Wirtschaft Dänemark

Vor allem der dänische Arbeitsmarkt dient vielen Ländern, u.a. auch Deutschland, als Vorbild. Ein mit deutschen Regeln vergleichbarer Kündigungsschutz existiert nicht, weshalb man auch von einem deregulierten Arbeitsmarkt spricht. Das Motto „Flexicurity“ verbindet liberale Beschäftigungsregelungen, hohes soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Arbeitslose erhalten eine wesentlich höhere Arbeitslosenhilfe als in Deutschland und werden umfassend für neue Stellen qualifiziert. Etwa 32% der Erwerbstätigen arbeiten als öffentlich Beschäftigte. Die Beschäftigungsquote in Dänemark ist selbst bei älteren Arbeitnehmern die höchste der EU. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist mit mehr als 75% sehr hoch.

 

In Dänemark gilt eine sehr hohe Steuer- und Abgabenquote. Allein der Mehrwertsteuersatz, der auch für Bücher und Lebensmittel gilt, liegt bei 25%. Trotzdem gilt die dänische Wirtschaft als sehr flexibel und wettbewerbsfähig. Im Vergleich der BIP in Europa belegt Dänemark regelmäßig einen der vorderen Plätze. Die Staatsverschuldung ist relativ niedrig. Internationale Studien ergeben immer wieder, dass der Lebensstandard der Dänen einer der höchsten der Welt ist.

 

Die Monarchie gilt als hochindustrialisiertes Land. Mehr als ¾ seiner Exporte sind Maschinen oder Industriegüter. Industrie und Dienstleister konzentrieren sich vor allem im Großraum Kopenhagen. Zu den wichtigsten Industriezweigen zählen Lebensmittel- und metallverarbeitende Industrie, das Druck- und Verlagswesen, Maschinenbau sowie die Produktion von Elektronikartikeln und Transportmaschinen. Auch dänische Möbel sind ein wahrer Exportschlager. Darüber hinaus sind auch die Eisenindustrie, der Schiffsbau, das Brauwesen, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Zementherstellung sowie die Produktion von chemischen Erzeugnissen, Arzneimitteln, Keramikgegenständen, Porzellan, Öfen, Fahrrädern und Papier von Bedeutung.

 

Die Landwirtschaft ist in Dänemark eine hochmechanisierte Branche. Sie beschäftigt etwa 3% aller Arbeitnehmer und zeichnet sich vor allem durch die Herstellung von Schweinefleischprodukten aus. Aber auch der Anbau von Getreide, Futterpflanzen, Flachs, Hanf, Hopfen und Tabak spielt neben der exportorientierten Fleisch- und Milchwirtschaft eine große Rolle.

 

Die Wälder Dänemarks sind heute Naturschutzgebiete und werden landwirtschaftlich nicht genutzt. Eine wichtige Einnahmequalle für die dänische Volkswirtschaft ist jedoch die Fischerei. Die überwiegenden Fanggründe befinden sich in der Nordsee. Seit 2000 ist Dänemark auch als Weinanbaugebiet anerkannt.

 

Dänemark kann über die Hälfte seines Energiebedarfs selbst decken. Energie aus Erdöl und Erdgas wird ergänzt durch Windenergie, die mittlerweile 20% des Strombedarfs deckt.

 

Um die Transport- sowie Reiseweg zwischen Dänemark und Deutschland zu verkürzen, haben sich Deutschland und Dänemark geeinigt eine Brücke über den Fehmarnbelt zubauen. Diese Brücke ermöglicht eine direkt Straßen- sowie Zugverbindung zwischen den beiden Ländern welche ungefähr 20 min betragen soll. So können Ferienort wie Sellin auf Rügen viel schneller erreicht werden.

 

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig in Dänemark, der seit Jahren hohe Wachstumsraten verzeichnet. Vor allem die Küsten Dänemarks und die Hauptstadtregion um Kopenhagen sind beliebte Reiseziele und profitieren somit am stärksten durch den Tourismus. Die Urlauber kommen hauptsächlich aus Deutschland, Schweden und Norwegen. Die jährlich mehr als 45 Millionen Übernachtungen verteilen sich hauptsächlich auf Ferienhäuser und Campingplätze, doch es gibt auch zahlreiche hochwertige Hotels in Dänemark (siehe z.B. hier).